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Integrative Bioethik und der Begriff der Über-Instanz / Čović, Ante.

By: Čović, Ante.
Material type: materialTypeLabelArticleDescription: 21-22.Other title: Integrative Bioethics and the Concept of Super-Instance [Naslov na engleskom:].Subject(s): 6.01 | Mensch, Natur, Gott, Über-Instanz, Religion, Wissen, Wissenschaft, Wahrheit hrv | Human, nature, god, super-instance, religion, knowledge, science, truth eng In: 5. Suedosteuropaeisches Bioethik-Forum: Bioethik zwischen Religion und Saekularismus (19-21.11.2009. ; Sarajevo, Bosna i Hercegovina) 5. Suedosteuropaeisches Bioethik-Forum: Bioethik zwischen Religion und Saekularismus str. 21-22Jurić, HrvojeSummary: Sofern der Religionsbegriff des Gottesglaubens in die Wissenschaftssprache zu übersetzen ist, dann handelt es sich dabei sinngemäß um die Aufstellung einer Transzendenzhypothese. Die Fortentwicklung der neuzeitlichen Wissenschaft − und zwar in Richtung des strategisch gestellten Ziels der Naturbeherrschung zugunsten des Menschengeschlechts (Bacon) – führte den strikt wissenschaftlichen Denkfaden zu der Annahme hin, die Hypothese über die Transzendenz sei in der Wissenschaft überflüssig, was im berühmten Dialog zwischen Napoleon und Laplace anekdotenhaft zum Ausdruck gekommen ist. Die These von der Überflüssigkeit der Transzendenzhypothese scheint jedoch auf einem geheimen Stützpunkt begründet zu sein, wobei sie sowohl praktische und geschichtliche als auch theoretische Implikationen enthaltet, die in voller Klarheit erst in der Endphase des neuzeitlichen Wissenschaftsprojekts zum Vorschein kommen, sobald das programmatische, "dem Menschengeschlecht Nützliche" als seine Kehrseite "das Menschengeschlecht Bedrohende“ enthüllt. Es hat sich nämlich gezeigt, dass die These von der Überflüssigkeit der Transzendenzhypothese auf einem anderen Glauben, dem an die Absolutheit des menschlichen Wissens, sowie auf einer anderen Hypothese, der von der Erreichbarkeit des absoluten Wissens im Sinne einer endgültigen Abgerundetheit, nichtsdestominder einer Etappenzuverlässigkeit, gründet. Gerade auf diesem Unterbau fußt die Idee des neuzeitlichen Menschen als der obersten Instanz. Nachdem diese Idee jetzt aber für den Menschen als verhängnisvoll entlarvt wurde, scheint fürs erste angebracht zu sein, den die Absolutheit des Wissens postulierenden Unterbau perspektivisch abzubauen und einen pluriperspektivischen Ausbau des Begriffs einer Über-instanz vorzunehmen, der im Stande sein wird, in sich die Spannung zwischen Religion und Säkularismus einzuebnen. Dazu wäre es angebracht, sowohl im Praktischen als auch im Geschichtlichen eine neue Trennungslinie zwischen der Übernahme der dem Menschen übergeordneten Instanz und der den Menschen als Höchstinstanz aufstellenden Behauptungen zu ziehen und ein diesbezügliches neues Spannungsfeld aufzubauen, so wie dies im Theoretischen zwischen der pluriperspektivischen Wahrheitsauffassung und der Erklärung des wissenschaftlichen Monoperspektivismus zur alleinigen und vollständigen Wahrheit zu tun ist.
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Sofern der Religionsbegriff des Gottesglaubens in die Wissenschaftssprache zu übersetzen ist, dann handelt es sich dabei sinngemäß um die Aufstellung einer Transzendenzhypothese. Die Fortentwicklung der neuzeitlichen Wissenschaft − und zwar in Richtung des strategisch gestellten Ziels der Naturbeherrschung zugunsten des Menschengeschlechts (Bacon) – führte den strikt wissenschaftlichen Denkfaden zu der Annahme hin, die Hypothese über die Transzendenz sei in der Wissenschaft überflüssig, was im berühmten Dialog zwischen Napoleon und Laplace anekdotenhaft zum Ausdruck gekommen ist. Die These von der Überflüssigkeit der Transzendenzhypothese scheint jedoch auf einem geheimen Stützpunkt begründet zu sein, wobei sie sowohl praktische und geschichtliche als auch theoretische Implikationen enthaltet, die in voller Klarheit erst in der Endphase des neuzeitlichen Wissenschaftsprojekts zum Vorschein kommen, sobald das programmatische, "dem Menschengeschlecht Nützliche" als seine Kehrseite "das Menschengeschlecht Bedrohende“ enthüllt. Es hat sich nämlich gezeigt, dass die These von der Überflüssigkeit der Transzendenzhypothese auf einem anderen Glauben, dem an die Absolutheit des menschlichen Wissens, sowie auf einer anderen Hypothese, der von der Erreichbarkeit des absoluten Wissens im Sinne einer endgültigen Abgerundetheit, nichtsdestominder einer Etappenzuverlässigkeit, gründet. Gerade auf diesem Unterbau fußt die Idee des neuzeitlichen Menschen als der obersten Instanz. Nachdem diese Idee jetzt aber für den Menschen als verhängnisvoll entlarvt wurde, scheint fürs erste angebracht zu sein, den die Absolutheit des Wissens postulierenden Unterbau perspektivisch abzubauen und einen pluriperspektivischen Ausbau des Begriffs einer Über-instanz vorzunehmen, der im Stande sein wird, in sich die Spannung zwischen Religion und Säkularismus einzuebnen. Dazu wäre es angebracht, sowohl im Praktischen als auch im Geschichtlichen eine neue Trennungslinie zwischen der Übernahme der dem Menschen übergeordneten Instanz und der den Menschen als Höchstinstanz aufstellenden Behauptungen zu ziehen und ein diesbezügliches neues Spannungsfeld aufzubauen, so wie dies im Theoretischen zwischen der pluriperspektivischen Wahrheitsauffassung und der Erklärung des wissenschaftlichen Monoperspektivismus zur alleinigen und vollständigen Wahrheit zu tun ist.

Projekt MZOS 130-1300990-1085

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